zu spät.

von Geburt an
Jul 14 '11

und plötzlich ist man alt.

Letzte Nacht, so gegen Mitternacht, wir sind theoretisch am ins Bett gehen (der Mann ist im Keller und bügelt Hemden für die große Reise, ich liege auf der Couch und glotze nen Film), hören wir komische Geräusche.

Nach kurzer Zeit ist klar, die Laute kommen aus dem Vorgarten und nicht aus dem Haus. Mit den Kindern ist alles ok, das ist schon mal gut. Doch die Rätselei geht weiter. Die Rufe(?) klingen so seltsam, dass wir nicht sagen können, ob wir sie einem Menschen oder einem Tier zuordnen sollen.

Aus dem Fenster kann man im Dunkeln nix erkennen. Ich rufe “Hallo” in die Nacht hinein und jemand anwortet “Ja!”. Jetzt ist klar, es ist ein Mensch und wir müssen raus. Ich habe Angst, weil ich nicht weiß, was uns erwartet. Albern.

Auf dem Weg vor unserem Haus finden wir dann den alten Mann (ich nenne ihn Herrn H.), der auch in unserer Reihenhausanlage lebt. Wir wohnen noch nicht sehr lange hier. Man grüsst sich, ansonsten weiß ich nicht viel über ihn. Er lebt alleine, seine Frau ist vor kurzem gestorben, er wirkte auf mich schon immer etwas abwesend, dement.

Jetzt liegt er da, vor unserer Tür. Extrem verwirrt, nass und voller Urin+, ansonsten scheint es ihm aber körperlich gut zu gehen. Wir geleiten ihn zu seiner Tür und suchen nach dem Schlüssel, der nicht da ist. Er entschuldigt sich dafür, dass er uns Umstände macht. Meint, er käme zurecht und wir könnten gehen. Daran erkennt man, wie wenig er die Situation erfasst hat. Er will in sein Haus, hat schon wieder vergessen, dass er gar keinen Schlüssel hat. So nehmen wir ihn erst mal mit zu uns, auch wenn er nicht will.

Und jetzt? 

Wir haben keine Ahnung, was wir machen sollen. Ihn in seinem Zustand bei uns schlafen lassen? Dazu müssten wir ihn in jedem Fall erst mal baden, andere Klamotten anziehen und dann? Was, wenn er in seinem verwirrten Zustand durch`s Haus geistert, die Kinder weckt? Ich möchte helfen aber wie?

Wir versuchen herauszufinden, ob er Verwandte hat, die wir anrufen können. Er nennt uns wage den Namen seiner Schwester. Bei der Auskunft erhalten wir 7 Telefonnummern. Aber kann ich diese Leute nachts um halb eins wecken, wenn ich noch nicht einmal weiß, ob ich die Richtigen an der Strippe habe? Eher nicht.

Als nächstes fallen uns die Nachbarn ein, die schon lange in der Siedlung wohnen und vielleicht was wissen. Klingeln mag ich um diese Uhrzeit aber nicht mehr. Wir haben die Telefonnummer, keiner geht ran, wir hinterlassen eine Nachricht.

Was bleibt? Krankenwagen? Polizei?

Wir beschließen die Polizei anzurufen. Der Beamte am Telefon ist freundlich und verspricht eine Streife zu schicken.

Die Zeit des Wartens wird mir lang. Ich kann nicht nur da sitzen, muss was tun. Der alte Mann ist zufrieden. Sitzt auf dem Stuhl, trinkt Wasser, erzählt ein bisschen von sich und seiner Frau, alte Geschichten. Wir haben inzwischen aufgegeben etwas Brauchbares aus ihm herauszubekommen.

Weil ich so hippelig bin, gehe ich vor die Tür und suche nach seinem Schlüssel, den er vielleicht bei seinem Sturz verloren hat.

Nach ca. 30 min kommen die Beamten, sind freundlich, professionell. Stellen die gleichen Fragen wie wir, bekommen die gleichen Antworten: keine.

Es wird schnell klar, auch für sie ist es in einem solchem Fall schwierig. Für die Beamten wäre es am besten, den Schlüssel zu finden und Herrn H. in sein Haus zu verfrachten. Ich bin froh, dass sie ihn nicht finden, denn den alten Mann in seiner Verfassung alleine zu lassen, halte ich für keine gute Idee.

Letztendlich nehmen sie ihn mit auf die Wache. Ausnüchterungszelle.

Vor der Tür wehrt er sich, will nicht gehen. “Lassen Sie mich, ich wohne hier. Da steht doch mein Name an der Tür!” Stimmt nicht, da steht Kuhn.

Und dann sind sie weg.

Die Gedanken bleiben. Ich gebe zu, ich bin froh, dass ich “das Problem” weiterreichen konnte. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich ihn nicht gerne bei uns im Haus schlafen lassen. Warum? Er ist freundlich, nicht gewalttätig, kein Obdachloser, nicht mal ein Fremder. Aber die Kombination aus allem, seine Verwirrtheit, sein hygienischer Zustand, unsere Kinder, meine Unsicherheit, der Mann der morgen in die USA fliegt, macht es mir unmöglich. 

Ihn der Polizei zu überlassen, ist für mich keine befriedigende Lösung gewesen. Lieber hätte ich seine Verwandten ausfindig gemacht und ihn in deren Obhut übergeben.

Haben wir das Richtige getan? Die Frage, ob wir ihn nicht hätten doch pflegen und bei uns übernachten lassen sollen, beschäftigt mich. Ich denke an das Gleichnis vom barmherzigen Samariter. What would Jesus do? 

Zuletzt bin ich aber einfach froh, dass wir sein Rufen gehört haben. Von den anderen Nachbarn hat niemand etwas mitbekommen. Und auch wenn es momentan Nachts keine Minusgrade hat, weiß ich nicht, wie es ausgegangen wäre, wenn er die ganze Nacht dort gelegen hätte.

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Jun 8 '11

1# Vorher/Nachher

Ich lege den Grundstein für meine berufliche Karriere und beginne im Sperrmüll zu wühlen. Gebe den von mir bisher grundsätzlich verschmähten Möbeln der 50/60er Jahre eine zweite Chance, ratsche einmal mit dem Schwingschleifer drüber, klatsche ein bisschen Farbe drauf und fertig ist das Mondgesicht.

Damit komm ich ganz groß raus, bestimmt!

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Jun 5 '11

Frau Kuhn kocht.

Während der Durchforstung zahlreicher Kochblogs bin ich zu der Erkenntnis gelangt: das kann ich auch. Und da ich praktischerweise weithin als immens begabte Köchin bekannt bin, möchte ich euch ein weiteres meiner zahlreichen Talente nicht länger vorenthalten.

So schätzt euch jetzt schon glücklich, baldigst von mir mit tollen Rezepten aus meinem enormen Fundus an verkochten Mahlzeiten, erfreut zu werden.

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May 26 '11
Komplementärkind

Komplementärkind

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May 21 '11

geburtstag

Kinder werden größer, älter, vernünftiger und das ist gut so.

Doch mir graut vor dem Tag, an dem sie mich nicht mehr brauchen…

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May 17 '11
Kind mit Apfel

Kind mit Apfel

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May 3 '11

SIGNS (von steveymcdonald)

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Apr 16 '11

schnipp-schnapp.

(da eine hand im verband weilt, kommt dieser text nur in kleinbuchstaben daher)

es ist vollbracht. der schöne chirurg (ich würde ihm bei emercency room ne rolle geben), hat mich bravourös aufgeschnitten und wieder zugenäht.

zur beruhigung gab`s dormicum. das hat bestens gewirkt. von der op weiß ich fast nix mehr. das ist das gute.

das schlechte: ich war hinterher so neben der spur, dass ich erst mal 16 stunden geschlafen habe.

außerdem ist mir von dem zeug mächtig übel geworden. habe der schwester vor die füsse gebrochen (die war aber auch gemein zu mir!).

zu sagen bleibt: es ist erschreckend zu sehen, wie einem im umfeld aus angst, schmerzen und betäubung jegliches schamgefühl verloren geht. man sich bereitwillig entblößt, sich bettpfannen reichen lässt.

so habe ich vorerst genug von krankenhäusern, ärzten, schwestern, spritzen, schmerzen, blut, erniedrigung und hoffe, davon ne weile verschont zu bleiben.

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Apr 12 '11

zu aua.

Morgen ist es soweit. Ich komme unter’s Messer. 

Das Gute daran: Ich hatte das letztes Jahr schon mal und weiß, was mich erwartet.

Das Schlechte daran: Ich hatte das letztes Jahr schon mal und weiß, was mich erwartet.

Blöd ist nur, dass Aufschneiden immer mit Schmerzen verbunden sein muss. Der Schmerz und ich sind nämlich bei der Geburt getrennte Zwillinge. Ja, so ist das. 

Aber angeblich bekomme ich zur Beruhigung ne Valium oder so was ähnliches, yepp!

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Apr 12 '11

kinder, kinder.

“Mama, ich will für dich beten,” sagt der Große zum ersten Mal. 

Und dann betet er:

“Lieber Gott, mach, dass die Opreration von der Mama gut wird und dass der Finger wieder gut wird und dass sie ihn wieder bewegen kann.” <3

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Apr 8 '11

zu peinlich.

Ich schäme mich meines Christseins nicht.

Ob der typisch schlechten Vertonung christlicher Lieder, von den Musik”videos” mal ganz zu schweigen, möchte man manchmal aber doch gerne im Erdboden versinken.

Folgend ein musikalisches okayes Beispiel:

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Apr 8 '11

Owl City - In Christ Alone Cover [Download] [HD] (von kj52kakashi)

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Apr 4 '11

zu ikea.

Ich mag Ikea. So dachte ich.

Die Wahrheit ist eine andere. Ikea ist lediglich ein Kompromiss aus dem, was ich geschmacklich ok finde und dem, was ich mir leisten kann.

Eigentlich ist Ikea doof. Aber da kann es ja auch nix für.

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Apr 1 '11

zu banal.

Es müssen nicht immer die großen Dinge sein, bei denen man Gott um Hilfe bittet. Die von der krassen Sorte, so dass man vergisst das Kind zu wickeln und Essen zu kochen; die einem den Schlaf rauben.

So bete ich: Gott, bring doch bitte unsere Spülmaschine wieder zum Laufen. Ich habe keine Lust erneut wegen einer Kleinigkeit beim Vermieter vorstellig zu werden. 

Und siehe da, sie funzt wieder! Halleluja!!!

Nichts ist zu banal für Gott.

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Mar 29 '11

MARTERIA SEKUNDENSCHLAF (von FourMusic)

“Jetzt sitzt du im Reihenhaus, denn du bist willenlos.”

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